CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
Nicole Sabouné Miman CD Cover

Nicole Sabouné „Miman“

(Century Media/Sony)
Aus der schwedischen Ausgabe von „The Voice“ zum Album-Highlight – so schnell kann’s gehen. Was noch nicht ganz abzusehen war, als 2014 Nicole Sabounés Debüt „Must Exist“ erschien, auch wenn der Songtitel „Unseen Footage From A Forthcoming Funeral“ bereits in eine recht düstere Richtung wies. Inzwischen hat sich die 25-Jährige die Dienste der Kite-Mitglieder Nicklas Stenemo und Christian Berg gesichert und veröffentlicht ihr zweites Album außerhalb der Heimat beim Metal-Label Century Media. Herausgekommen ist dabei aber nicht etwa Synthie-Pop mit Mosh-Qualitäten, sondern ein tiefgehendes, voluminöses Meisterwerk, auf dem eine Menge widerhallt: klassischer Post-Punk und Dark Wave Marke Siouxsie And The Banshees, aber auch aktuelle große Alternative-Damen wie PJ Harvey, Anna Calvi oder Zola Jesus. Die Instrumentierung ist raumgreifend, die Produktion brillant, die Songs ausladend – und Sabounés so wandlungsfähige wie gewaltige Stimme über jeden Zweifel erhaben. Da entschwebt „Right Track“ als rumpeliger Shuffle mit sirrendem Keyboardthema in schwindelnde Höhen wie verwilderte Dead Can Dance, „Bleeding Faster“ nähert sich im Stile einer weniger sperrigen Chelsea Wolfe beschwörendem Doom an, bevor „Rip This World“ als zornig-unheilschwangerer Midtempo-Rocker sämtliche Stärken dieses groß auftrumpfenden Albums imposant bündelt. Da wird die Coverversion von Madonnas „Frozen“ im Grunde gar nicht benötigt – wir nehmen sie aber trotzdem gerne mit. Als Abschluss des ersten großen musikalischen Highlights des neuen Jahres.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Friday the 24th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©