CD-Rezension / Review / Kritik

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Subterfuge Bilnd to Reason cd cover

Subterfuge „Blind To Reason“

(Heartland Records)
Was für ein Hammer von einem lupenreinen Gothrock-Album! Eigentlich hatte man gedacht, dass sich Clifford Ennis nach dem brillanten „Darkland Awakening“ Mini-Album von 1994 hauptsächlich dem Gitarrenspiel und gelegentlichen Vocals bei den australischen Ikon gewidmet hätte, mit dessen Sänger Chris McCarter er auch das Seitenprojekt Jerusalem Syndrome aufgenommen hatte. Zuletzt gab es eine Werkschau namens „Reflect<<Rewind“ bei Strobelight-Records, die exzellent war, aber auch nicht unbedingt zu Spekulationen über neues Material einlud. Und nun dieser geniale Streich: Nahezu jeder Song auf „Blind To Reason“ ist perfekt auf den Punkt gebrachter 2nd-Generation-Gothrock, allem voran das treibende „Unhinged“ oder eben der Titeltrack „Blind To Reason“, vorgetragen mit der nötigen Schwere und dem Leiden in der Stimme, unterlegt mit Unheil-verheißenden Keyboards. Clifford Ennis und Rick Mullen, der alte Kern von Subterfuge, haben einen Teil des Albums in bewährter Zweisamkeit geschrieben, der Rest stammt allein von Ennis. Nach 23 Jahren ist „Blind To Reason“ ein lückenloser, gleichwohl ausgefeilter Anschluss ans Debüt. Man mag hoffen, dass einer der besten Songs des Albums nicht ankündigt, wohin die Reise nun geht, das gute Stück heißt nämlich „Bitter End“.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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