CD-Rezension / Review / Kritik

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a split second stained impressions


A Split-Second
„Stained Impressions“
(Sleepless Berlin)
Alarm in Sammlerkreisen: Die belgischen Elektronik-Pioniere A Split-Second haben eine CD in Minimalstauflage mit exquisitem Inhalt veröffentlicht. Die Compilation „Stained Impressions“, die zuvor nur auf limitiertem und längst ausverkauftem Vinyl erschien, enthält das allererste Demotape gleichen Titels aus dem Jahr 1984, worauf unter anderem der spätere Hit „Neurobeat“ in seiner Urversion zu hören ist. Alle weiteren Demostücke wurden später nie final ausproduziert und sind immer quasi-exklusiv geblieben. Die CD-Version enthält außerdem zwei komplett unveröffentlichte Songs namens „Eye Of The Needle“ und „Initiation“. Während Mark Ickx seinen Gesang später mit grummeligen Artikulationen verhüllte, klingt er hier noch melodiefest und glockenklar. Das kann man von den Aufnahmen als Ganzes natürlich nicht behaupten, obwohl Eric van Wonterghem beim Mastering noch mal alles gegeben hat. Doch selbst ein Spezialist wie er macht aus einem 30 Jahre alten Tape kein High-End-Medium. Als Zeitdokument dennoch unverzichtbar.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.