CD-Rezension / Review / Kritik

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second moon of winter one for sorrow


Second Moon Of Winter
„One For Sorrow, Two For Joy“
(Denovali/Cargo)
Mit Sopran, Klarinette, Gitarre sowie einer erlesenen Auswahl an Effektgeräten ausgestattet, begibt sich ein Trio aus der Nähe des irischen Cork in die Klausur eines Kellers in einem unmittelbar am Ozean gelegenen Haus. Dort entsteht auf der Basis vorab definierter Ordnungsmuster und in Form von Experiment, Improvisation und konzentrischer Modifikation eine ätherische Musik, in deren Essenz mehr Magie mitschwingt als auf den doppelten Böden sämtlicher Illusionisten. Wie ein zuvor abgeklemmtes Nervenbündel, das chirurgisch gerichtet wieder befreit aufatmet, entspannen sich auf „One For Sorrow, Two For Joy“ die freigelegten neuronal-tonalen Strukturen in teils diffus nebulöser, teils konkret melodischer Klangästhetik. Second Moon Of Winter zelebrieren avantgardistisch anmutende Kammermusik aus dem Keller, die sich geistig nachvollziehbar mit salzreicher Meeresluft verbindet und so die Sinne nachhaltig zu beleben versteht. Qua Stimmung entfernt etwa an die frühen Alben von Sieben („Forbid The Sun’s Escape“) erinnernd, liegen auf diesem wundersam beseelten Album irdisches Glück und überirdisches Glücksversprechen gleichsam zum Greifen nah.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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