CD-Rezension / Review / Kritik

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son lux lantern

Son Lux
„Lanterns“
(Joyful Noise/Cargo)
Lebst du noch, oder hörst du schon…Ryan Lott? Wenn der Amerikaner nicht als Son Lux unterwegs ist, werkelt er mit seinen Landsmännern Serengeti und Sufjan Stevens als S/S/S, komponiert Film- und Serienmusik für etwa „American Horrorstory“ und beschallt die Spots von Markenriesen wie IKEA und Coca Cola. Wäre doch gelacht, wenn ein solch exzessives Networking wie das von Lott keine Kollaborateure für die eigene Platte hervorbringen würde. Unter Son Lux’ Regie musizieren auf „Lanterns“ neben manchen weiteren Mittüftlern Peter Silberman (The Antlers) und yMusic (Dirty Projectors, Bon Iver). Lotts drittes Full-Length als Son Lux hört sich ähnlich wie sich sein Treiben liest. Heißt: Was hier durch die Boxen gesprudelt kommt, ist ein Fragmentarium der Superlative. Dort ein Schnipsel orchestraler Streichereinsatz, da ein paar Percussioneinlagen, Chöre aus übereinander laufenden Vocalspuren („Ransom“), hier ein paar knackige Beats. Unübersichtlich und anstrengend? Ist es aber nicht. Vielmehr liefert Lott auf „Lanterns“ ein Paradebeispiel, wie eingängig und massenkompatibel im positiven Sinne Experimente sein können, und macht die Scheibe zu einem bunten Feuerwerk, das Hörerinnen und Hörer mit weit aufgerissenen Augen und vielen „Ooohs“ und „Aaahs“ konsumieren.
Hannah M. Seichter

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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