CD-Rezension / Review / Kritik

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ritual aesthetic delloct

Ritual Aesthetic
„Decollect”
(Juggernaut Music)
Auf diesem Werk erhorcht das Ohr krachig-verspielte Intros, Noise-Patterns, Breitwand-Synths und harte Gitarren-Riffs, nicht selten in Unisono-Formation wacker nach vorn marschierend; harte straighte Beats, treibende FM-Sequenzen, fauchende verzerrte Schrei-Gesänge: und ja, mit dieser Mischung erreicht Sean Ragan, seines Zeichens Schlagwerker von Dawn Of Ashes, eine wunderbare, nicht unbedingt erfindungsreiche, doch herrlich wiederaufbereitete Industrial Rock-Mischung, die klingt, als wäre sie 1995 entstanden, in der Hochphase dieses Genres. „Orchid Incestus“ mag als Anspieltipp für die Mid-Tempo-Knaller dienen, „Red Redeemer“ führt in die schwere Dunkelheit einer zehrenden Half-Time-Ästhetik, „Fleshing Wheel“ stellt eine absolut gelungene Ministry-Hommage dar; im Song „Through The Lust Of Flies“ wird der Experimentierfreudigkeit gehuldigt: Samples kreisen im Ohr, raffinierte Rhythmus-Cluster klappern; „Tender Petal“ besticht durch seine nachtmahrische, düstere Atmosphäre; „Something To Know You By“, von dem mehrere Versionen vorgestellt werden, lässt ein paar unnötige Reminiszenzen an moderne Future-Tröten erschallen, erinnert insgesamt aber eher an Acts wie 16 Volt: Electro und Gitarren in wundersamer Vereinigung: und schon ist die Brücke zu 1995 wieder neu errichtet. Für Fans des Goldenen Zeitalters des Industrial Rock ist diese Scheibe ein wahres Geschenk von Wonneschauder!
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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