CD-Rezension / Review / Kritik

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PORN The Ogre Inside CD Cover

PORN „The Ogre Inside”

(Les Disques Rubicon/Echozone)
Es gibt einige Bands in der Rock-Historie, die ein dermaßen in sich geschlossenes, zuvor in dieser Form nie erhorchtes Klangbild in die Welt setzten, dass sich später zahllose Bands bemühten, es ihnen gleichzutun. Als Beispiele solcher Vorreiter mögen hier genannt werden: Skinny Puppy. Nine Inch Nails. Rammstein. Depeche Mode. Auch Marilyn Manson. PORN neigen ganz ohrenscheinlich zu Letzterem. Und sie machen ihre Sache verdammt gut. Wobei diese französische Kapelle den Gothic-Rock/Gothic-Metal-Aspekt deutlicher in den Vordergrund schiebt als Master MM. Ein Beispiel hierfür, auch als Anspieltipp empfohlen, mag „May Be The Last Time“ sein, der innerhalb seiner achteinhalb Minuten alle zauberhaft-brachiale Magie des düster-sperrigen Industrial Rock darbietet. Auf diesem Album herrschen schwere Gitarren, nicht selten ein grandioses Half-Time-Feeling, die Gesänge bohren sich zwischen tiefem Raunen, Glam-gleicher, dreckiger Laszivität und amtlichen Screams in die Gehörgänge. Industrial-Anhänger werden wohl ins Schwelgen geraten. Philippe Deschemin, der Mastermind dieser Truppe, arbeitet im Übrigen auch als Autor; er veröffentlichte vor nicht lange Zeit den Roman „Contoyen“. Und noch ein übrigens: Nicht eine der oben erwähnten Epigonen-Bands vermochten ihr angebetetes Original zu übertreffen. Vielleicht übertrafen Aerosmith die Rolling Stones in manch musikalischer Hinsicht – und blieben doch Abziehbilder. Mal sehen, wie es mit PORN sein wird.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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Monday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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