CD-Rezension / Review / Kritik

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Relay For Death Natural Incapacity CD Cover

Relay For Death „Natural Incapacity“

(The Hidden Scarsdale Agency/a-Musik)
Der erste (haptische) Eindruck mündet in die Frage, seit wann CDs so schwer sind. Die Erklärung findet sich jedoch schnell. Was auf dem ersten Blick nach einem gewöhnlichen gedruckten Cover aussieht, entpuppt sich als rostige Metallplatte aus der Werkstatt von Jim Haynes. Das absolut passende Gegenstück zu den akustischen Arbeiten der Zwillinge Rachal und Roxann Spikula. Nachdem die beiden in der Vergangenheit bereits die bedrückende Stille von Krankenzimmern vertonten, spiegeln sie auf „Natural Incapacity“ den industriellen Lärm ihrer derzeitigen Heimat, das kalifornische Richmond, wider. Über zwei Stunden lang dröhnt die collagierte Klangkulisse aus Schwerindustrie und Güterverkehr auf den Hörer ein – in ihrer durchgängigen Konsequenz vergleichbar mit David Lynchs „Eraserhead“-Score oder den Arbeiten von Maurizio Bianchi. Ein raues Vergnügen, auch für stählerne Ohren.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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Wednesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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