CD-Rezension / Review / Kritik

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Queens Of The Stone Age Villains CD Cover

Queens Of The Stone Age „Villains“

(Matador/Beggars Group/Indigo)
Nachdem Josh Homme nicht unerheblich zur Großartigkeit des letzten Iggy Pop-Albums beigetragen hat, kehrt er nun mit seiner Hauptband zurück. Auch den Steinzeitköniginnen hat er eine Frischzellenkur verpasst. So verspielt und unwiderstehlich klangen QOTSA lange nicht. Fast könnte man vermuten, Elemente wie der muntere Rhythmus, der „The Way You Used To Do“ trägt, seien nun wiederum von Iggy und dessen gemeinsamer Zeit mit David Bowie inspiriert. „Un-Reborn Again“ flirtet sogar mit dem Glam. Die geschmackvolle Tastenarbeit für das Album besorgte übrigens Produzent Mark Ronson, den aufgrund seiner Arbeiten für Amy Winehouse oder Adele wohl kaum jemand im Umfeld der Queens vermutet hätte. Obwohl alle Zeichen auf Selbsterneuerung stehen, knüpfen der trockene Sound und Songs wie „Hideaway“ an das bisherige Schaffen an. Der Groove dieser Nummer hätte sich auch auf dem Vorgänger „… Like Clockwork“ finden können. „The Evil Has Landed“ wiederum bietet genau jene Art von mächtigem Rocken, die Homme & Co. zu Szenehelden machte. Das Finale des Stücks ist schlicht fulminant. „Villains“ untermauert den Rang von Queens Of The Stoneage als Künstler, die auch von der Produktion her immer für eine Überraschung gut sind. So beschließt „Villains Of Circumstance“ den rauen Liederzyklus verblüffend schwelgerisch, als entschwebe die Band in einer Klangwolke. Halt! Hiergeblieben! Ich will mehr!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.