CD-Rezension / Review / Kritik

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red storm alert

Red Storm
„Alert“
(Echozone/Soulfood)
Achtung! Tanz-Alarm! Red Storm, die neue Formation der ehemaligen Desdemona-Sängerin Agnieszka Lesna, erinnert auf ihrem Debüt „Alert“ an eine moderne Version der Briten von Republica. Man höre nur die erste Single „Famous“ oder „Love Is Pain“. Das Produzentendoppel Ivan Muñoz (selbst Frontmann bei Vigilante) und John Fryer (Produzentenlegende zwischen Cocteau Twins und NIN) hat ganze Arbeit geleistet. Neben ein paar sägenden Gitarren werden auch viele schicke knarzende, schwebende und pluckernde Elektroniksounds eingeflochten. Ein Glücksfall ist zudem die wandlungsfähige Stimme der Polin, die punktuell für zusätzlichen Druck sorgt. Trotzdem braucht man schon ein ausgemachtes Faible für Pop, um „Alert“ genießen zu können. Wer eine Aversion gegen auf die Spitze getriebene Eingängigkeit ausschließen kann und bei Refrains gerne sofort mitsingt, wird zwischen dem gelungenen Ausflug in etwas dunklere Gefilde, „Everything“, der sexy Partynummern „Mood“ und der Band-Hymne „Red Storm“ oder „The One“ eine Menge Spaß haben. Wären ABBA eine Electro-Rock-Combo gewesen, vielleicht hätten sie einen ähnlichen Chorus geschrieben? Agnieszkas Ankündigung, gute Laune verbreiten zu wollen, löst dieser Song jedenfalls ein. Alles in allem saubere Arbeit. Für einen Begeisterungskonsens ist „Alert“ allerdings einfach zu stark auf Hitmelodien angelegt.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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