CD-Rezension / Review / Kritik

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rone creatures


Rone
„Creatures“
(InFiné/Rough Trade)
Auch wenn französische Elektroniklabore für French House und Nu Disco bekannt sind, zieht es längst nicht jeden Tüftler zwischen Lille und Toulouse in Richtung Dancefloor. Erwan Castex aka Rone lässt lieber den Gedanken als dem Bewegungsapparat freien Lauf. Daraus erwächst ein bildgewaltiges Universum voller zuckersüßer Melodien und phasenweise ins Abstruse gesteigertem Pathos. Aus seiner Vorliebe für britische Electronica und Filmscores macht Castex in seinen Kompositionen keinen Hehl. Wer sich immer gefragt hat, wie ein James Bond-Titelsong klingen würde, wenn Boards Of Canada hierfür den Zuschlag bekommen, darf sich auf „Elle“ freuen und einem der schönsten Bläsersätze der letzten Monate lauschen. Aber auch vor und nach dieser prägnanten Nummer mangelt es „Creatures“ nicht an Ideen zwischen SciFi-Melancholie und Elektro-Revival mit sonniger Strahlkraft. Gut fürs Gemüt.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.