CD-Rezension / Review / Kritik

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pond man it feels like space again


Pond
„Man It Feels Like Space Again“
(Caroline/Universal)
„Feels Like We Only Go Backwards“ – nicht nur ein Stück aus dem jüngsten Album der australischen Psych-Rocker Tame Impala, sondern auch das Gefühl, das sich beim Hören ihrer an Beatles auf Pappe und frühen Pink Floyd orientierten Songs aufdrängte. Nick Allbrook machte da irgendwann nicht mehr mit, stieg aus und gründete Pond. Zweifelsohne netter Versuch, aber um es kurz zu machen: Um eine Platte wie „Man It Feels Like Space Again“ aufzunehmen, hätte er seine alte Band nicht verlassen müssen. Schon das kunterbunte, detailfreudige Comic-Cover unterstreicht den halluzinogenen Gehalt, wobei „Waiting Around For Grace“ und „Elvis’ Flaming Star“ mit gelockerter Handbremse erstaunlich rasant vom Start wegkommen. Dezente, aber wirksame Freakouts wie die lysergsäurehaltig aufjaulende Gitarre in „Holding Out For You“ oder den übergeschnappten Vocal-Part des ansonsten ebenfalls recht aufgeräumten „Zond“ hat Allbrook aber genauso zu bieten wie Tame Impala – ganz kann er mit seiner mutmaßlich pilzköpfigen Gesinnung dann eben doch nicht hinterm Berg halten. Das Titelstück versenkt „Man It Feels Like Space Again“ zum guten Schluss wunschgemäß in achteinhalb barocken Minuten voll schleppender Rhythmen und selig jubilierendem Backgroundchor. Dreht man dieses Album nur laut genug auf, ist Weltraum plötzlich in der kleinsten Hütte.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.