CD-Rezension / Review / Kritik

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the osiris club blazing club

The Osiris Club
„Blazing World”
(Indie Recordings/Soulfood)
Aus der Zeit gefallen scheint es zu sein, das Debütalbum der Okkult-Rocker The Osiris Club aus London. 70er-Prog-Rock schimmert überall durch, aber nicht ausufernd und frickelig, sondern melodiös und zugänglich mit einem leichten Schuss Glam. Wer die frühen Genesis mit Peter Gabriel liebt, sollte unbedingt reinhören. Besonders „The Bell’s“ mit dem Glockengeläut am Anfang, der treibenden Gitarrenlinie und der theatralischen Gesangsperformance erinnert mehr als nur ein bisschen an die ungekrönten Könige des Konzeptalbums. Auch King Crimson scheinen die Mitglieder von The Osiris Club oft und intensiv gehört und verinnerlicht zu haben. Unwillkürlich fühlt man sich in einen Hammer-Horrorfilm hineinversetzt, einen der mysteriösen Sorte mit Teufelsanbetung, Séancen und der düsteren Beschwörung Lovecraft’scher Dämonen. Besonders der Titeltrack verfügt über faszinierenden experimentellen End-70er-Charme, der keineswegs antiquiert wirkt, sondern verzaubernd, was auch an dem manischen Part des Teufelsgeigers liegen kann, der nach Lovecrafts Erich Zann modelliert zu sein scheint. Theatralisch, seltsam, hörenswert.
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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