CD-Rezension / Review / Kritik

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the new division together we shine

The New Division
„Together We Shine“
(Progress/Broken Silence)
Die Deadline steht vor der Tür, und der Rechner schmort durch – nicht nur der Alptraum eines jeden Schreibers bei Sonic Seducer. Auch John Kunkel, Frontmann der Kalifornier The New Division, weiß ein Lied davon zu singen. Dem rauchte nämlich eines Tages ausgerechnet die Festplatte mit sämtlichen neuen Songs ab, so dass für „Together We Shine“ ein kompletter Neustart erforderlich war. Mit Post Punk sollte man The New Division trotz der Hofknickse Richtung New Order und Joy Division im Bandnamen jedoch nicht mehr in Verbindung bringen, denn der funkelnde Electro-Pop der elf neuen Stücke vereint vielmehr das Beste aus sehnsüchtiger Achtziger-Nostalgie und aktuellen Tendenzen tanzbarer Indie-Musik. Da jubilieren die Sequenzen und wirbeln die Stimmfetzen aus dem Vocoder ähnlich hyperaktiv durcheinander wie der Staub im Coverartwork – alles zusammengehalten von diskreten Uptempo-Beats und Kunkels zuweilen ins Falsett abgleitender Stimme, die Tracks wie „Shine“ oder „Bright Morning Star“ strahlende Eleganz verleiht. The Killers-Gitarrist Dave Keuning und die frühere Sängerin der Dreampop-Griechen Keep Shelly In Athens tun ihr Übriges: Der eine addiert pointierte Riffs, die andere macht „England“ zu einem schwelgerischen Schleicher und rückt The New Division in die Nähe visionärer Chillwave-Ästhetik. Mit „Den Bosch“ ist eingangs sogar ein wunderbar perlendes Pendant zur frühen Single „True Lies“ mit von der Partie – und nach dem Abschluss „Lisbon“ strahlt der Hörer bis über beide Ohren.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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