CD-Rezension / Review / Kritik

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a pale moon dark waters
A Pale Moon  
„Dark Waters”
(Danse Macabre/Alive)
Der frühere Soul In Isolation-Frontmann Dave Scrab legt mit dieser Scheibe ein Werk von fein gesponnener Melancholie vor: ätherische Flächen, surrende Sequenzen, sorgsam dosierte Einwürfe von Flanger-Gitarren, groovige Dum-Patterns, hier und da auch mal ein paar Noise-Percussions. Auf diesem Gerüst breitet er seine ruhigen, sehnsuchtsvollen Gesänge aus. Zuweilen schauen gekonnte Zupfgitarren vorbei; dann wiederum ist es ein analog klingender breiter Synth-Sound, der das Ohr erobert. In jedem Song schwirren die Achtziger Jahre mit: hier ein wenig Post-Punk, dort New Wave, dann wiederum Synth-Pop-Anklänge. Daves Gesang erinnert in manchen Passagen an Jim Kerr, den legendären Simple Minds-Sänger. Berührende, zuweilen romantische Momente beherrschen das Bild: eine graue, milde Melancholie, die jederzeit fern von dunkler Depression oder Aggressivität ist. Es handelt sich bei dieser Scheibe also um ein Werk, das genau richtig ist für jene Hörer, die in bittersüßer Schwermut Linderung und Freude finden. Man vermag herauszuhören, welche Bands der Grund waren, wieso Dave in den Achtzigern zum Musikmachen kam: The Chameleons, The Cure, U2, Depeche Mode, Tears For Fears, Icehouse oder The Mission schwingen auf diesem Opus mit.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.



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