CD-Rezension / Review / Kritik

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Nine Inch Nails Not The Actual Events EP CD Cover

Nine Inch Nails „Not The Actual Events“ (EP)

(The Null Corporation)
Leise hatte Trent Reznor angekündigt, 2016 noch neues Nine-Inch-Nails-Material zu liefern - und er hat geliefert. Denkbar knapp und während jeder schon gedanklich im Trump-Jahr 2017 steckte, legte der 51-jährige Soundtrack-König den Fans einen Tag vor Heiligabend mit „Not The Actual Events“ (und neuen „The Fragile“-Instrumentals!) ein wahres Geschenk unter die Tanne. Dabei treibt nicht nur der Release als Lebenszeichen selbst, sondern auch der Sound, mit dem NIN auf das kommende Album teasen, den Puls der Industrial-Rock-Gemeinde zu Recht in die Höhe. Nachdem die Suche nach Sound und Stimmung seit dem Konzeptalbum „Year Zero“ (2007) zuletzt in dem deutlich poppigeren „Hesitation Marks“ (2013) verlief, zeigt sich der einstige Mr. Selfdestruction wieder als Trümmer-Trent. In „Burning Bright (Field On Fire)“ doomt er sich die Seele aus dem Leib, das destruktivere „She’s Gone Away“ lässt alles heraus - und uns eintauchen in Reznors bekannt fragil-aufgeriebenes Innenleben, das sehr hörbar wieder ein Ventil brauchte, wie schon der Opener „Branches / Bones“ klarstellt. Wut serviert „The Idea Of You“, Modular-Synth-Freunde nicken zu „Dear World“, worin der Einfluss von Atticus Ross besonders gut hörbar ist, der schon eine Weile enger an Reznor gebunden zu sein scheint als Ehefrau Mariqueen. NIN klingen wieder schön kaputt. Für Reznor-Fans heißt das: Die Welt ist wieder in Ordnung.
François Duchateau

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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Friday the 17th.
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