CD-Rezension / Review / Kritik

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Nailed To Obscurity King Delusion CD Cover

Nailed To Obscurity „King Delusion“

(Apostasy)
Die acht Kompositionen zeigen die berührend emotionalen Melodic Death Doomer variantenreicher als der 2013er Vorgänger „Opaque“. Prägendes Element auf diesem dritten Langspieler ist die Melancholie, und der huldigen die fünf Niedersachsen mit beachtlichem Reichtum an teils sehr feinen Nuancen. Sämtliche Kontraste wurden behutsam austariert, was wunderbar homogene Balance auf allen Ebenen mit sich bringt. „King Delusion“ ist dadurch voller atmosphärischer Höhen, welche das nie zu hart ausartende Repertoire stil- und geschmackvoll verfeinern können. Merkliche Anklänge an die bewährten Rezepturen skandinavischer Erfolgsmodelle des Genres wirken hierauf nicht entwertend, da Nailed To Obscurity erneut mit absoluter Eigenständigkeit vorgehen. Stimmungsvolle und harmonische Passagen der Auflockerung wie in „Protean“ verdeutlichen neben ausgeprägtem Hang zu echtem, spielkulturellen Tiefgang vor allem auch die Fähigkeit des Quintetts zu Zeitlosem. Das mühevoll schleppende „Apnoea“ mutet an wie ein surreal erlebter Trip in nassdunkle Abgründe voller böser Geheimnisse und setzt dennoch eigenwillige Schönheit frei. Sänger Raimund Ennenga zeigt sich nicht nur als ein veritabler, sondern auch talentierter Handwerker, der es mit Herzblut und Liebe macht. „King Delusion“ besticht somit durch den relevanten Vorteil, dass bereits beim ersten Hördurchgang ein behagliches Gefühl lange bestehender Vertrautheit aufkommt. Genau so soll es sein.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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Sunday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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