CD-Rezension / Review / Kritik

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M.I.N.E One EP

M.I.N.E „One“ (EP)

(M.I.N.E Music)
Marcus Meyn dürfte vielen Synthie-Pop-Anhängern als Frontmann der Band Camouflage ein Begriff sein. In den Achtzigern mischt die Truppe mit Hits wie „Love Is A Shield“ oder „The Great Commandment“ gehörig die Szene auf, schafft es mit der zuletzt genannten Nummer sogar auf die Pole Position in den USA. Nun hebt Meyn ein Projekt aus der Taufe, an dessen Verwirklichung er bereits seit vielen Jahren herumtüftelt, aber erst jetzt dazu gekommen ist, die Vision auch in die Tat umzusetzen. Abseits von Camouflage hat er sich mit Jochen Schmalbach, Volker Hinkel und Jakob Nebel dazu entschieden, Lieder zu schreiben, die aus dem Herzen, aus dem Bauch - einfach aus der Lust heraus, etwas Neues auszuprobieren, entstehen und vor einer erfrischenden Dynamik und Spielfreude leben. Nichtsdestotrotz ist die künstlerische Handschrift des Komponisten deutlich erkennbar; alleine die sanft-eindringliche Stimme von Marcus Meyn macht die vier neuen Stücke dieser EP unverwechselbar. Insgesamt lässt sich rasch erkennen, dass die Musiker jede Menge Spaß daran haben, ihre persönlichen Vorstellungen und Ideen in das Projekt einfließen zu lassen. So vermischen sich die Einflüsse: Elemente aus Electro, Deep House, Wave - aber ebenso Gothic, Pop und rauer Gitarrensound werden eins. Verbunden durch eine schöne, sehr eingängige Melodik wirkt das Klangszenario - trotz der stilistischen Vielfalt - stimmig. Es bleibt also spannend, wohin die Reise mit M.I.N.E noch führen wird.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.