CD-Rezension / Review / Kritik

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One Sentence. Supervisor Temporär Musik 1 13 CD Cover

One Sentence. Supervisor „Temporär Musik 1-13“

(Oh, Sister Records/Cargo)
Da denkt man nun, in Zeiten des geeinten Europa und des Internets gäbe es auch für Musik keine Grenzen. Doch „Temporär Musik 1-13“, das zweite Album der Schweizer Band One Sentence. Supervisor, musste erst vom IndieSuisse-Verband zum „Album Of The Year 2016“ gewählt werden, um nun auch in Deutschland zu erscheinen. Beides, die Auszeichnung und die Nachveröffentlichung, sind vollkommen verdient. Denn was das Quartett aus dem Kanton Aargau da aufgenommen hat, ist vielschichtiger, oft krautrockiger Indiepop. Gerade Songs wie „Hedera Helix“ mit ihrem stoischen Schlagzeug- und Bassrhythmen lassen an eine Getriebenheit wie bei Kraftwerk denken. In anderen Songs wie „InBetween“ liegen dann ein paar Heavy-Gitarren auf einem ansonsten heiter-melodischen Gitarrenhintergrund. „Oh, What An Empire“ und „Scope Explosion (Shifting Baseline)“ sind von Ausflügen in den Psychedelic-Pop beeinflusst, „Object Subject“ hingegen ist lupenreiner Elektrosound. 13 ausgereifte Songs hört man hier, die vielschichtig sind und doch perfekt zusammen passen. Da haben sie was erfunden, die Schweizer.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017.