CD-Rezension / Review / Kritik

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Alison Moyet Other CD Cover

Alison Moyet „Other“ (Cooking Vinyl/Sony Music)

Ob jene Stimmen, die es bislang nicht unterlassen konnten, Alison Moyet immer wieder mit ihrer einstigen Imago als Synthpop-Star der Achtziger zu identifizieren, angesichts von „Other“ endlich verstummen werden? Es wäre mehr als gerecht. Denn anders als auf ihrer 2013er-Veröffentlichung „The Minutes“, wo tatsächlich wieder vermehrt mit Sounds aus der guten alten Zeit gearbeitet wurde, erweist sich ihr neuntes Studioalbum als eine zeitgemäß zeitlos ausgerichtete Songkollektion. Nun aber dennoch zwanghaft jedes einzelne Arrangement, für das sich Alison Moyet hier gemeinsam mit ihrem Produzenten Guy Sigsworth entschieden hat, auf die Goldwaage der Moden und Trends legen zu wollen, erschiene angesichts der auf „Other“ vorherrschenden Symbiose aus Stimme und Songwriting frevelhaft. Dabei reicht die Bandbreite von bombastisch auftrumpfendem Glam-Chanson („I Germinate“, „The Rarest Birds“) über nervös flimmernden Electro-Soul („Beautiful Gun“, „Reassuring Pinches“) bis hin zur abgrundtief ergreifenden Minimal-Ballade des Titelsongs. Dass sich dennoch der Eindruck eines in sich abgerundeten Flows einstellt, mag der engen Verzahnung zu verdanken sein, mit der Moyet ihre Beobachtungen von weiblichen Befindlichkeiten in den Dienst eines Albums stellt, das sich keinerlei Schwächen erlaubt.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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