CD-Rezension / Review / Kritik

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my personal murderer cauchemar

My Personal Murderer
„Cauchemar“
(Bandchamp)
Post-Soviet Melancholy - ein neues Etikett? Ja, und wie so oft mit Schildern ist es auch im Falle der aus Odessa, Ukraine, stammenden Band My Personal Murderer gleichermaßen zutreffend wie irreführend. Schon Sekunden nach dem Start des Openers und Titeltracks des Albums verblüfft die tiefe Düsternis des zwischen emotional deprimierendem Blues und avantgardistischem Sprechgesang angelegten Titels. Mit Song Nummer 2 „The Worm Prince“ kommt jedoch richtig Schwung auf, und wäre da nicht ein Rest von Melancholie, so könnte der treibende Gitarrentrack auch problemlos im US-College-Radio neben Songs von Spiritualized laufen. So kommt es auch, dass das dritte Album von Songwriter Yevgen Chebotarenko und seinen Mitstreitern einen etwas zerrissenen Eindruck hinterlässt. Psychedelisch, nachdenklich, verträumt oder sehnsüchtig und verlangend. In „Cauchemar“ lässt sich viel entdecken und Fans britischen Post-Rocks dürfen gerne ein Ohr riskieren. Es lohnt sich.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.