CD-Rezension / Review / Kritik

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oberon dream awakening

Oberon
„Dream Awakening“
(Prophecy Productions/Soulfood)
13 Jahre Schaffenspause sind eine lange Zeit. Nur wenige dürften sich daher im Detail an die unter dem Banner Oberon veröffentlichten Alben „Mysteries“ (1998) und „Anthem“ (2001) erinnern. Einer klingenden Odyssee gleich, pendeln die frischen Titel zwischen bedächtigem Artrock und psychedelischem Avantgarde Pop. Vereinzelt tritt noch eine Prise Neofolk hinzu, was für Mystik und Romantik sorgt. Ein wenig erinnert das Ergebnis damit an Beautiful Disease. Die Mehrheit der Songs dieses über einen Zeitraum von einem Jahr entstandenen Longplayers fällt sehr langsam aus. Gerade der Gesangsvortrag wird dadurch teils zu langatmig und das beständige Auf und Ab der Tonlage wirkt ermüdend. Wenn dann doch einmal schnellere Gitarrenparts das Regime übernehmen, überwiegt eine kalte und abweisende Atmosphäre, die einen markanten Gegensatz zur eher sanften Stimme bildet. Konzeptionell stehen die Titel im Zeichen des Phönix und erzählen die Geschichte der Seele auf ihrem Weg zum Erwachen, dem Streben des Menschen nach Selbsterkenntnis. Kein leichter Stoff, der sich in der Komplexität von „Dream Awakening“ widerspiegelt.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.