CD-Rezension / Review / Kritik

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wymond miles cut yourself free

Wymond Miles
„Cut Yourself Free“
(Sacred Bones/Cargo)
Wenn ein Album das ausgefüllte Dreieck mit dem Kreis drum auf dem Cover trägt, also das Markenzeichen von Sacred Bones, kann der an düsteren, gefühlvollen Sounds aus den USA interessierte Hörer bedenkenlos zugreifen. Sogar wenn er einen Namen wie Wymond Miles noch nie gehört hat. Denn bis zu seinem Debüt „Under The Pale Moon“ im vergangenen Jahr war Miles vor allem als Gitarrist von The Fresh & Onlys in Erscheinung getreten, einer Garage-Rock-Band aus San Francisco. Dass in ihm eine melancholische Seite voller Post-Punk steckt, beweist er mit „Cut Yourself Free“ auf beeindruckende Weise. Im Song „Passion Plays“ etwa hört man das Echo von Interpols „Obstacle 1“ heraus, zugleich aber auch eine Reverenz an die 70er-Jahre, etwa an die jungen Roxy Music. Wenn man dann noch eine Stimme hinzufügt, die in manchen Momenten an Robert Smith von The Cure erinnert, hat man einen Eindruck vom Wymond-Miles-Sound. Man kann auf diesem Album vieles entdecken, Gitarren etwa, die gespielt werden wie von Nick Caves Bad Seeds, Melodien, die gesungen werden wie von Bryan Ferry; und eine bisweilen unkonventionelle Art des Songwritings, die oft klassische Schemata durchbricht. Das klingt nicht nur gut, das ist auch interessant.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.