CD-Rezension / Review / Kritik

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the lonely soul experience path of blood

The Lonely Soul Experience
„Path Of Blood“
(Out Of Line/Rough Trade)
Unverhofft kommt oft: scheinbar aus dem Nichts haut Chris Pohl zusammen mit Produzent und Songwriter Mario Rühlicke mitten während der Studioarbeiten am neuen Blutengel-Album das Debüt eines neuen Projekts raus. The Lonely Soul Experience der leicht irreführende Name, „Path Of Blood“ der Titel, thematisch scheint man sich treu zu bleiben. Doch nur auf den ersten Blick, denn vor allem musikalisch geht das Berliner Duo hier andere Wege. Auf die vermutlich für immer mit Blutengel verbundenen Vocals von Chris wird komplett verzichtet, vielmehr sind die zwölf Songs nahezu instrumental gehalten, abgesehen von ein paar dezenten Choreinsätzen wie im Titelstück oder minimalem Frauengesang bei „Wardance“. Letzteres ist übrigens das einzige Stück auf „Path Of Blood“, welches als Clubhit fungieren kann – und wird. Ansonsten ist das Album soundtrackartig-atmosphärisch gehalten, scheint durch die BE-Zusammenarbeit mit Orchester in der Vergangenheit inspiriert und wartet durchaus mit rituellen Momenten auf, die dezente Parallelen zu Acts wie In The Nursery erahnen lassen. Auch wer mit Blutengel nichts anfangen kann, aber auf Sound à la ITN oder Soundtracks von Hans Zimmer steht, darf hier durchaus mal ein Ohr riskieren, denn The Lonely Soul Experience überraschen und überzeugen musikalisch.
Catrin Nordwig

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.