CD-Rezension / Review / Kritik

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katargon in the clinic

Katargon
„In The Clinic“
(thexoomo.net/Broken Silence/Excursion Entertainment)
Warum Bands aus der Schweiz öfter den Stempel des Exotischen aufgedrückt bekommen, ist eine bis dato ungeklärte Frage, denn den Klang von perkussiven Kokosnüssen sucht man zumeist vergebens. So auch bei dem Basler Duo Kartagon. Denn wer sich Daniel Myer als Produzent ins Boot holt, hat eine klare Vorstellung davon, wohin die klangliche Reise gehen soll: Auf „In The Clinic“ ertönen vor allem synthetische Rhythmusinstrumente in einem insgesamt sehr geräumig arrangiertem Klangbild. Das reißt mit, da hört man zu oder möchte auch gleich tanzen gehen. In Clubs mit guter PA haben „Rescue Me“ oder „Sons Of The Bleeding Skies“ eine Chance, sich zur vollen Größe zu entfalten - mit allen Feinheiten, die beim Abspielen auf mobilen Endgeräten im Hintergrund verschwinden. Inhaltlich, also durch die Texte und die Grundstimmung, bezieht sich jedes Stück auf das durch den Namen des Albums vorgegebene Thema, nämlich ein Krankenhaus für extreme psychologische Zustände. Neben elf satten und abwechslungsreich klingenden Tracks sind als Zugabe ganze sieben Remixe bzw. alternative Versionen der Titel „My Sanity“, „One Day“ und „Red Tears“ beigefügt, die den Szene-DJs ein leichtes Spiel machen sollten, wirklich den Geschmack ihres Publikums treffen zu können. Es ist durchaus möglich, sich Kartagon auf dem gleichen Kurs des etablierten Erfolgs wie VNV Nation vorzustellen, sollten sich näherer Zukunft Nachfolgewerke in diesem Fahrwasser anschließen.
Sandra M. Heinzelmann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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