CD-Rezension / Review / Kritik

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the jeffrey lee pierce sessions project axels and sockets

The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project
„Axels And Sockets“
(Glitterhouse/Indigo)
Die Ausgangslage ist einfach wie bizarr: Auf einem Dachboden entdeckt Tony Chmelik alias Cypress Grove eine Kiste mit Demokassetten, die er mit The Gun Club-Sänger Jeffrey Lee Pierce kurz vor dessen Tod aufgenommen hat. Natürlich muss man was daraus machen, denkt er sich und trommelt eine Heerschar an Sympathisanten und Weggefährten von Pierce zusammen, um die Demos in richtige Songs umzustricken. So entsteht das Jeffrey Lee Pierce Session Project, das vom Namen mehr an eine gemeinnützige Stiftung erinnert als an Rock’n’Roll. Mit „We Are Only Riders“ und „The Journey Is Long“ veröffentlichte Cypress Grove seit 2010 zwei Sessions-Alben, denen er mit „Axels And Sockets“ den dritten Longplayer in der auf vier Teile angelegten Reihe folgen lässt. Auf diesem toben sich viele Musiker aus, die schon auf den ersten beiden Alben zu Mikro und Instrumenten griffen, darunter Lydia Lunch, Mark Lanegan, Crippled Black Phoenix, Debbie Harry und Mick Harvey. Auch Nick Cave ist wieder dabei, der das Duett „Nobody’s City“ mit Iggy Pop anstimmt. Neu an Bord sind Primal Scream, Mark Stewart und Thurston Moore, die zusätzliche Klangfarben in die rockigen Indie/Alternative-Songs bringen. Diese werden von der langen Erfahrung aller Beteiligten fest zusammengehalten. Entstanden ist erneut ein eigenwilliges Tribute-Album mit vielen musikalischen Ansätzen und Stilen, das eigentlich gar keins ist.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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