CD-Rezension / Review / Kritik

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Jayce Lewis Million CD cover

Jayce Lewis „Million“

(Caroline Int./Universal)
Der walisische Musiker Jayce Lewis haut mit seiner neuen Platte buchstäblich auf die Pauke – oder genauer gesagt auf sämtliche zur Verfügung stehende Schlaginstrumente. Selbst wenn die Ouvertüre des Albums mit dem epischen Namen „Created By You (Remembered As A Myth)“ die Tür zu einer ebenso epischen Klangwelt öffnet, welche Bilder des Filmklassikers „Blade Runner“ ins Gedächtnis ruft, liefern die darauf folgenden sechs Titel eine durchweg energetische Kulisse. Gewürzt wird „Million“ unter anderem mit der Zuarbeit von Queens altehrwürdigem Brian May, dessen prägnante Gitarrenparts - es könnte zugegebenermaßen auch ein verzerrter Dudelsack auf Speed sein - in „We Are One“ zu hören sind. Freude beim Anhören bereitet neben Lewis’ gekonnter Bandbreite zwischen gesungenen und geschrienen Vocals die Vielfalt an synthetisch erzeugten Klängen. Sogar wenn gegen Ende das Brett ein wenig weicher wird, lässt sich doch kein Energieabfall verzeichnen. Als Ein-Schritt-Vor-Ein-Schritt-Zurück-Disko-Hit könnte durchaus „Line Integral“ herhalten und „Unfamiliar“ wäre im gesamten Zusammenhang wahrscheinlich die Powerballade. Die Produktion prescht zwar nach vorne, gibt allerdings auch den klanglichen Facetten Raum – also funktioniert „Million“ auf schlechten, knubbeligen Ohrhörern ebenso wie auf leckeren Anlagen.
Sandra M. Heinzelmann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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