CD-Rezension / Review / Kritik

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Karl Thesing Agité CD Cover

Karl Thesing „Agité“

(Accession/Indigo)
Willkommen in einer klanglich verifizierbaren Welt, die nur scheinbar nichts mit derjenigen zu schaffen hat, von der aus wir diese Einladung annehmen. Maximilian K. Unützer (was für ein Name!) nimmt uns samt seiner „Gespielinnen“ Sophie Moser (Violine) und Ella Rohwer (Cello) als Karl Thesing auf eine kleine Reise ins Herz blühender Genugtuung. Und dies mit einer Leichtigkeit, die ihn und sein Ensemble von der oftmals doch irgendwie zu verkopften Chose der sich zur Massentauglichkeit berufen glaubenden Neo-Klassiker abhebt. Und so schwebt „Agité“ förmlich aus den Speakern, entführt in eine Welt, wie sie schöner nicht sein könnte, so man sie mit den gegebenen Maßstäben bemisst. Ein jäher Absturz steht indes nicht zu befürchten (Spoiler). Bei aller thematisch vorangestellten Unruhe („Agité“), - das Drehmoment verbleibt in moderater Diktion. Und die bewusst simpel gehaltenen Passagen, etwa in „Un Peu D’Eternité“, erweisen sich als Dolchstoß, dessen Wirkkraft auf dem Weg zur Repeat-Taste keine Legende zu fürchten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass „Agité“ nicht im Wettbewerb um des Hörers Gunst den Kürzeren zieht, zumal die offen zu Gehör getragene Naivität nicht unbedingt mit jenem Anspruch koinzidiert, den Piano, Cello und Violine nach wie vor und allzu oft von der Emotion in den Intellekt leiten.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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