CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
Katatonia The Fall Of Hearts

Katatonia
„The Fall Of Hearts“
(Peaceville/Edel)
„Keine Zeit verlieren, wir werden alt” scheint irgendjemand im Hintergrund gerufen zu haben, denn ohne ein besonderes Intro eröffnet „Takeover“ mit Gesang und Gitarre das Album. Die reife Stimme von Jonas Renske, erinnert mich mehr und mehr an seinen genialen Kollegen Peter Gabriel. Passend dazu haben Katatonia ein neues Niveau an musikalischer Progressivität erreicht. Wenn wir als Beispiel bei „Takeover“ bleiben: der Song ist sieben Minuten lang und klingt wie ein Medley aus fünf Songs, so oft wechseln Taktschema, Rhythmus und auch die Tonart. Zwei andere Extreme sind „Old Hearts Fall“, eine eingängige, ruhige Nummer und „Last Song Before The Fade“, ein Metalsong, der aber mit konservativer Struktur, bluesigem Solo und einprägsamen Riffs aufwartet – sehr facettenreich also. Insgesamt ist „The Fall Of Hearts“ ein reifes Album der Schweden, in dem Sinne, dass es trotz komplexer Struktur nicht verkrampft oder verkopft klingt, sondern leicht und natürlich. Den Wechsel am Schlagzeug hört man – Produktion und Mix sind bewährt. Katatonia haben bisher eigentlich kein schlechtes Album abgeliefert, und „The Fall Of Hearts“ setzt diese Tradition fort.
Masi Kriegs

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.