CD-Rezension / Review / Kritik

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kensington rivals

Kensington
„Rivals“
(Kensington Records/Universal)
Alle Within Temptation-Fans bitte kurz weglesen: Nicht ihre Lieblinge, sondern Kensington aus Utrecht räumten 2014 bei den MTV European Music Awards den Titel „Beste niederländische Band“ ab. Hört man deren drittes Album, kann man sich ungefähr vorstellen, warum: Nachdem der Vorgänger „Vultures“ mit Songs wie „Send Us Away“ noch rasanten Uptempo-Rock enthielt, der beständig mit dem Geist des Post-Punk verhandelte, wird die Pop-Komponente auf „Rivals“ immer größer. Allerdings umsichtig abgemischt vom renommierten Engineer Tom Lord-Alge, der sich einmal mehr als Meister im Herausarbeiten instrumentaler Feinheiten erweist. Und davon hat dieses Album mehr als genug zu bieten und bedient sich für „Done With It“ oder die hymnische Single „War“ zusätzlich querschießender Background-Chöre voller Uhs und Ahs. Zuweilen sind Radio-Heuler wie Bastilles „Pompeii“ also gar nicht weit und lösen nach und nach die Editors-Vergleiche ab. Ein Schritt, mit dem auch die belgischen Nachbarn Customs zuletzt äußerst gut gefahren sind – außerdem harmonieren die grummelnde Basslinie von „All For Nothing“ oder das gereizt nach vorne schiebende „Words You Don’t Know“ mit der fortschreitenden Hymnisierung des Kensington-Sounds besser, als man vorher vielleicht gedacht hätte. In Sachen gekippter Indie-Pop mit übergroßen Dimensionen und Keyboard-Fütterung ist das Quartett also gerüstet – die „Rivals“ können kommen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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