CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

kensington vultures

Kensington
„Vultures“
(Universal)
Letztes Jahr zufällig Outdoor-Klamotten gekauft? Vielleicht von Jack Wolfskin? Dann geschah das womöglich unter dem Einfluss von Kensington aus Utrecht, deren Song „Home Again“ den Werbespot zur Winterkollektion des Bekleidungsherstellers untermalte, und in ihrer Heimat enterten die vier Indie-Rocker bereits die Top Ten. Wer nun an Moke denkt, die Amsterdamer mit dem nordirischen Sänger, die sogar einmal unseren Soundcheck toppten, liegt jedoch nur bedingt richtig. Kensington beziehen sich nämlich weniger auf klassischen Brit-Pop und Modfather Paul Weller, sondern favorisieren eher die dem Post-Punk nahestehende Seite der Gitarrenmusik. Der auf geschwindem Riffing und infektiösem Refrain davon preschende Opener „Send Me Away“ gibt den Ton vor, und neben dem werbewirksamen Song wollen zahlreiche weitere Stücke ins gleiche Stadion wie etwa The Maccabees, The Courteeners oder Editors in ihrer Frühphase. Allen voran das rasante „Don’t Look Back“ und „No Way Out“ mit viel Hall auf Leads und Schlagzeug. Bei „It Doesn’t Have To Hurt“ springt einem gar kurz Tom Smith zumindest stimmlich ins Gesicht, und „Kilimanjaro“ führt virtuoses Fingerpicking nach bester Foals-Art in „Vultures“ ein, ohne den Song zu vernachlässigen. ‚Be hopeful until they send us away’, sagt Sänger Eloi Youssef zu Anfang noch zu sich selbst. Aber nichts da – mit einem Album wie diesem sollen sie mal schön hierbleiben.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Friday the 17th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©