CD-Rezension / Review / Kritik

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Irdorath Wild CD Cover

Irdorath „Wild“

(Foxy Records/Edel)
„Wild“ heißt das neue Album von Irdorath – und auf dem Langspieler der Weißrussen bleibt dies kein halbherziges Versprechen. Puristisch, ungezähmt und beinahe ein wenig archaisch präsentiert sich der akustische Balkan-Folk, ebenso rau und klar wie die Spirituosen der Heimat auch die Stimmen der Frontstimmen Nadezhda und Vladimir. Erstere besticht vor allem in der herzzerreißenden Ballade „Kupala Na Ivana“ durch ihren schier atemberaubenden Gesang. Trotz auch munterer Nummern wie „Hto Ja“ bewahrt „Wild“ stets einen stolzen und schwermütigen Unterton. Dark Folk könnte man es beinahe nennen. Das tanzbare „Zhahi-Zhahi“ hat einen leicht verführerischen Oriental-Touch. Am eingängigsten klingt am ehesten „Storm“, ein verspieltes Instrumental mit virtuosen Dudelsacksoli. Doch ist es gerade die Exotik, welche „Wild“ zu einem echten Kleinod macht. So kann ich den „Drachen“, den Irdorath im gleichnamigen Titel besingen, geradezu vor meinem inneren Auge sehen, wie er sich „vorwärts zu den Sternen“ windet. Mit Irdorath ist es wie mit einem guten Wein: Anfangs noch etwas ungewohnt, lässt man auch „Wild“ am besten einen Moment zum Reifen, um sich dann an dem eindrucksvollen Bouquet zu erfreuen.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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Saturday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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