CD-Rezension / Review / Kritik

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The Horrors V CD Cover

The Horrors „V”

(Wolf Tone/Caroline/Universal)
Auf jedem Album etwas Neues – schon immer eine Spezialität von The Horrors. Gelindes Stirnrunzeln konnte sich mancher Hörer daher nicht verkneifen, als nach dem ausladenden, psychedelischen Indie-Rock von „Skying“ mit „Luminous“ eine, nun ja, psychedelische Indie-Rock-Platte folgte. Und damit das nicht noch mal passiert, begab sich der Fünfer aus Essex für den Nachfolger in die Produzentenhände und auf das Label von Paul Epworth, der nicht nur an Adele und Coldplay, sondern auch an Bloc Party und Arctic Monkeys erprobt ist. „V“ klingt nun weder nach dem einen noch nach dem anderen: Der brodelnde Einstieg „Hologram“ modelliert vielmehr den Groove von Björks „Army Of Me“ nach, während die Vorabsingle „Machine“ eine Art industriell vergröberten Post-Punk vor sich her kickt, dessen crunchige Qualitäten auch Nine Inch Nails nicht schlecht zu Gesicht stehen würden. Ähnlich handfest langen The Horrors nur noch im aufgekratzten „World Below“ zu – der Rest zerfällt in an Madchester-Rave geschulte Groover wie „Press Enter To Exit“ und elektronische Pop-Hymnen, von denen sich „Something To Remember Me By“ zum Abschluss als größter Ohrwurm hervortut. Und so gilt für dieses Album in jeder nur erdenklichen Hinsicht: Aller guten Dinge sind „V“.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Thursday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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