CD-Rezension / Review / Kritik

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Emily Haines The Soft Skeleton Choir Of The Mind CD Cover

Emily Haines & The Soft Skeleton „Choir Of The Mind“

(Last Gang Records/eOne Music/SPV)
Was sind schon zehn Jahre? Für Emily Haines zumindest ein üblicher Zeitraum zwischen zwei Alben mit ihrem Soloprojekt The Soft Skeleton. Schließlich ist die Metric-Frontfrau vielbeschäftigt, veröffentlichte mit ihrer Hauptband seit dem 2007er „Choir Of The Mind“-Vorgänger „Knives Don’t Have Your Back“ drei Platten und war dieses Jahr auch auf „Hug Of Thunder“ vom Indie-Kollektiv Broken Social Scene aktiv. Zeit zum entspannten Durchschnaufen also, zumal Metrics „Pagans In Vegas“ zuletzt eine ungewöhnlich schweißtreibend-elektronische Angelegenheit war. Als solche erweist sich auf Haines’ drittem Longplayer lediglich die Single „Fatal Gift“, die als synthetischer Klopfer nach kurzer Aufwärmzeit einen ziemlich schlanken Tanzfuß macht – eine dynamische Ausnahme auf einem größtenteils beschaulichen, zart entschwebenden Singer-Songwriter-Album, bei dem hochmelodiöse Elegien wie „Legend Of The Wild Horse“ ebenso dazugehören wie die vergleichsweise aufgekratzte Doors-Umdeutung „Statuette“. Wer es ganz ruhig haben will, halte sich hingegen an die Pianoballade „Nihilist Abyss“ oder die Acapella-Schönheit „Strangle All Romance“ – auch wenn deren Titel einen falschen Eindruck von einem wunderbar einfühlsamen Album gibt, mit dem sich Haines nicht hinter „Pleasure“ von Landsmännin Feist verstecken muss.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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