CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
Grave Pleasures Motherblood CD Cover

Grave Pleasures „Motherblood“

(Century Media/Sony)
Apokalypse jetzt: Wem die Grave Pleasures mit ihrem Debüt „Dreamcrash“ noch nicht den Rest gegeben haben, den stoßen sie jetzt mit „Motherblood“ über die Klippe. Post-Punk, wie er in den Achtzigern gespielt wurde, verschwört sich hier mit einer sinnlichen Aura des Untergangs und einem Endzeitgefühl wie auf der letzten Party vor dem Weltuntergang. Frontmann Mat McNerneys charakteristisches Organ schlängelt sich wie besessen durch die Songs, die in ihrer poppigen Eingängigkeit allesamt große Single-Hits sein könnten. Könnten, denn neben McNerney zeichnet hier eben auch Gitarrist Juho Vanhanen für diesen apokalyptischen Rock-Cocktail verantwortlich. Und der verfällt sonst bei den Black Metallern Oranssi Pazuzu dem Wahnsinn. Killing Joke und Echo & The Bunnymen dienen als grobe Referenzpunkte, auf denen die Finnen ihren Totentanz aufbauen, ihre großen Melodien zünden und ganz allgemein auf äußerst paradoxe und falsche Weise Lust auf den Untergang machen. Songs wie „Be My Hiroshima“ sind zumindest das fesselndste, was der Post-Punk des 21. Jahrhunderts hervorgebracht hat.
Björn Springorum

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Wednesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

©