CD-Rezension / Review / Kritik

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Ikon Everyone Everything Everywhere Ends European Version CD Cover

Ikon „Everyone, Everything, Everywhere Ends (European Version)“

(Dark Vinyl Records)
Längst vergangen sind die Zeiten, in denen es viele Monate dauerte, bis Waren oder Nachrichten vom anderen Ende der Welt in Europa ankamen. Und doch auch heute noch gibt es bisweilen bemerkenswerte Verzögerungen auf dem Weg von Down Under. So erschein bereits 2014 „Everyone, Everything, Everywhere Ends“ in der australischen Heimat von Ikon-Leader Chris McCarter und wird erst jetzt um vier Bonustracks erweitert in Europa nachgereicht. Durchdrungen vom für Ikon typischen Sound, der sich mit Haut und Haaren traditionellen Gothic-Elementen verschrieben hat, ist jedes Stück für sich eine glänzende Perle. Als Melange aus den Gitarren von The Mission, den Keyboards von Clan Of Xymox, einer Portion Dark Folk und etwas Verzweiflung der Sisters Of Mercy und einem Hauch Theatralik von Bauhaus steht die lange Bandgeschichte Ikons zwar immer im Schatten der genannten Acts, was Alben wie dieses jedoch nicht weniger hörenswert macht. 2017, zum 25. Bandjubiläum diesen Longplayer nochmals auf den Markt zu bringen, ist eine weise Entscheidung. Nie gelang es der Band bisher, all ihr Können so eindrucksvoll in die Waagschale zu werfen wie hier. Ein Gothic-Meisterwerk!
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017