CD-Rezension / Review / Kritik

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in strict confidence lifelines vol 1

In Strict Confidence
„Lifelines Vol. 1“
(Minuswelt/Soulfood)
Als Kind der 80er Jahre konnte sich Dennis Ostermann seinerzeit Charme und Dominanz der 12-Inch-Vinyls kaum entziehen. Wie prägend diese extralangen Mixe etablierter Hits offenbar waren, zeigen stets die extended versions vieler ISC-Songs auf den die Alben flankierenden EPs. Auf „Lifelines Vol. 1“ fahren Ostermann und Konsorten jetzt aber richtig groß auf und veröffentlichen sämtliche Langfassungen aus den Anfangstagen der Band. Die zehn Songs entstammen der Ära 1991 bis 1998 und bieten neben etablierten Maxi-Versionen von „Industrial Love“, „Stripped“ oder „Prediction“ gänzlich Unbekanntes. Dabei zeigen die erstmals auf CD gepressten „Way Of No Return“ und „Moonshine“ aus den Jahren 1991/92 eine vor allem im Gesang bis dato unbekannte Seite der Odenwälder. Die Langfassungen von „Alles in mir“ und „Inside“ glänzen dagegen mit tollen zusätzlichen Harmonien, die gegenüber den Originalen einen echten Mehrwert darstellen. Zwar wird für DJs keiner der zehn Tracks auf „Lifelines Vol. 1“ für den dringlichen Toilettengang eine handfeste Alternative zu den knapp 11 Minuten von „This Corrosion“ darstellen, aber vielleicht schafft hier ja Vol. 2 baldigst Abhilfe.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.