CD-Rezension / Review / Kritik

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wayne hussey songs of candlelight and razorblades

Wayne Hussey
„Songs Of Candlelight & Razorblades“
(Eyes Wide Shut Recordings/Soulfood)
„You’re everything to me, my friend, my muse, my lover.“ Solche Sätze wie in „When I Drift Too Far From Shore“ müssen bei Wayne Husseys Gattin Cinthya runtergehen wie Butter. Der Song ist einer der romantischsten, positivsten Augenblicke auf einem Album, das sich überwiegend düsteren Themen verschrieben hat. Immer wieder beleuchtet Wayne Hussey Momente des Abschieds auf „Songs Of Candlelight & Razorblades“, seien es der Tod, Entfremdung oder zerbrochene Beziehungen. Genutzte wie verpasste Chancen geben sich die Klinke in die Hand, mit weiser Erkenntnis über die eigentlich wichtigen Dinge im Leben gewürzt. Hussey solo - das ist die Beschränkung aufs Wesentliche: Melodien, sanfte Gitarren, Piano und die Stimme des The Mission-Sängers. Hier und da garnieren Streicher die Songs, vor allem wenn der Brite mit „Madam G“ in schummrige, verrauchte Kellerbars hinabsteigt und Post-Mitternachts-Jazz anstimmt. Dazwischen tummeln sich Songs, die Husseys Vorliebe für die großen Songwriter der Sixties wie Dylan erahnen lassen. Eingängig, atmosphärisch und extrem harmonisch. Aber vor allem mit viel Seele. Im Grunde all das, was „The Brightest Light“ vermissen ließ. Geradezu treffend fasst allein der Titel „Songs Of Candlelight & Razorblades“ die musikalische und textliche Ausrichtung des Solowerks zusammen. Es ist ein Album, das man am späten Abend hört. Mit einem ordentlichen Schluck Rotwein dazu.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


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