CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

harms und kapelle meilenstein

Harms & Kapelle
„Meilenstein“
(Out Of Line/Rough Trade)
„Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Harburg an“, sangen Truck Stop 1974 und sollten Recht behalten: auf dem „Meilenstein“ finden sich Country-, Folk- und Rockabilly-Zitate aus einigen Jahrzehnten. Das Mastermind hinter dieser Veröffentlichung ist Chris Harms, sonst als Mädchenschwarm der Gothic-Szene und Frontmann der Hamburger Gothic Rocker von Lord Of The Lost bekannt. Auf „Meilenstein“ zeigt Herr Harms, dass er groß genug ist, um über den musikalischen Tellerrand zu schauen, und führt seine vierzehn deutschen Songs vor, die mit seiner Hauptband außer einer düsteren Thematik nicht viel zu tun haben. Es ist allerdings auch kein Album für Americana-Puristen, denn Dark Wave- und Rock-Elemente sind ebenfalls vielgenutzte Bestandteile der Musik. Dass das Album das erste Harms-Album mit deutschen Texten ist, merkt man den Songs nicht an: mehrschichtige Metaphern, eine gefühlsbetonte bildgewaltige Sprache und ein verstecktes Augenzwinkern hier und da klingen, als hätte der Songwriter nie etwas anderes gemacht.
Masi Kriegs

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Monday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©