CD-Rezension / Review / Kritik

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deleyaman the edge

Deleyaman
„The Edge“
(TTO Records/Alive)
Die Duduk gehört nicht etwa zum traditionellen Orchester Entenhausens, sondern kommt aus Armenien. Und da weder der kaukasische Staat noch Holzbläser in der populären Musik eine Hauptrolle spielen, können die in der französischen Normandie ansässigen Deleyaman dieses Instrument als eine Art Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen. Allerdings wird auf Album Nummer sechs mitnichten nur geflötet: Die Band um den armenischstämmigen Amerikaner Aret Madilian und seine Frau Beatrice Valantin orientiert sich grob am ätherischen 4AD-Wave der achtziger Jahre. Hinzu kommen Elemente aus Neoklassik und Weltmusik, die sich nicht auf das erwähnte Nationalinstrument beschränken und auch an die spirituellen Anwandlungen der frühen Delerium und die entsprechenden Momente von Dead Can Dance erinnern. Besonders wenn Madilian beschwörend die Stimme erhebt, ist die Nähe zu Brendan Perrys Gesang nicht zu leugnen, teils bezaubernd konterkariert von seiner Partnerin, die  französische Spoken Word-Elemente in Songs wie „Murdered Days“ oder „Juillet“ einführt. Und so tendiert das „Weight Of Things“ in den besten Momenten von „The Edge“ gegen schwerelos – manchmal könnte es jedoch nicht schaden, wenn Deleyaman sich ein wenig lockerer machen würden. Für mehrere „Ethereal Dances“ reicht dieses Album aber natürlich trotzdem.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.

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