CD-Rezension / Review / Kritik

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The Fright Canto V CD Cover

The Fright „Canto V“

(Steamhammer/SPV)
Fast zehn Jahre sind seit „Dacabre“, dem ersten Release von The Fright, vergangen. Musikalisch liegen Welten zwischen dem Debüt des damaligen Horrorpunk-Trios und dem neuen Album des heutigen Düsterrock-Quintetts. An dieser Entwicklung gibt es nichts zu bedauern, denn ohne dem Frühwerk seine Qualitäten absprechen zu wollen, lässt sich festhalten, dass die Band nie überzeugender klang als auf „Canto V“. Lon Fright und seine Kumpane haben scheinbar die passende Mischung aus Skid Row und Sisters, Glam und Gothrock gefunden und mit Waldemar Sorychta (Tiamat, Moonspell u.a.) auch gleich den passenden Produzenten einbestellt. Da nimmt es kaum Wunder, dass für „Leave“ auch Michelle Darkness von End Of Green im Studio vorbeigeschaut hat. Frei nach dem Motto: Was erzeugt mehr Gänsehaut als eine sonore Männerstimme? Richtig: zwei! Weniger naheliegend ist der Gastauftritt von Andreas Löhr. Dass sich The Fright an „In Sicherheit“ von dessen Kapelle Fliehende Stürme herangewagt haben, ist wohl die größte Überraschung auf „Canto V“. Ganz nebenbei signalisiert diese im Kontext funktionierende, aber zunächst eben eher ungewöhnliche Coverversion auch, dass die Reise der Thüringer mit der Ankunft in Dantes Inferno noch nicht zu Ende ist. Von wegen „Oblivion“. Dank dieser persönlichen Bestleistung werden The Fright garantiert nicht in Vergessenheit geraten.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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