CD-Rezension / Review / Kritik

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Fret Over Depth CD Cover

Fret „Over Depth“

(Karlrecords/a-Musik)
Wer hätte damit gerechnet? Nach rund sechs Jahren Ruhepause hatte Mick Harris unerwarteter Weise unter dem neuen Projektnamen Fret ein einzelnes Lebenszeichen im Internet abgeliefert. Die Veröffentlichung des Longplayers auf Karlrecords mag auf dem ersten Blick überraschen, dank des Painkiller (Harris, Zorn, Lasswell) Re-Issues wurden jedoch bereits in der Vergangenheit erste Kontakte geknüpft. Unter dem neuen Namen Fret greift Harris die Klangästhetik seines wohl populärsten Projektes der Post-Napalm Death-Phase auf: Scorn. Ein großer Hallraum, mächtige Bässe, verzerrtes Feedback – zusammengehalten von maximaler Präzision auf der Rhythmusebene. Dennoch ist Fret nicht Scorn; dafür zieht Harris das Tempo viel zu sehr an. Wo Scorn über den Boden schabte, rennt Fret mit 130 BPM – ohne dabei die Kontrolle über das vielschichtige Monster zu verlieren. Eindeutig: die Hölle ist ein Schweizer Uhrwerk, zerlegt und neu zusammengesetzt in Birmingham.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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