CD-Rezension / Review / Kritik

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Fires Red Goes Grey CD Cover

Fires „Red Goes Grey“

(Metropolis/Soulfood)
Ja, es kann manchmal nerven: Wenn es zum Beispiel gilt, ein Album gerecht zu annoncieren, das einem ständig eine Mischung aus Mesh und Henric de la Cour aufdrängt. Warum dann nicht einfach von einem Mesh-Mashup palavern, dem das humane Timbre des Schweden nicht abgeht?! Weil mit The Anix erst vor kurzem ein weiterer Bezugspunkt seine Aufwartung erledigt hat, die gar arg ins Kielwasser von Fires strudelt. Aber - es wird ja aus Nashville (und eben nicht aus Kiel) gesendet, das mag so manche unfreiwillige Persiflage entschuldigen. Hoch anzurechnen ist den Jungs indes, dass sie ein Album geschrieben haben, das in seinem Verlauf aber mal so richtig Fahrt aufnimmt. Spätestens beim Titeltrack zuckt der Élan Vital in die zuvor an Ermüdung beinahe verschrumpelten Fünfzeher. Und unterläuft somit das vorangestellte Thema. Graue Farbcodes kollidieren mit dem fleischigen Rot einer Verheißung, die Fires letztlich erfolgreich schüren. Doch um in deren Erfüllung auch einzudringen, noch zu blauäugig hinter den Retinae zu sein scheinen. Was jedoch das Vergnügen an „Red Goes Grey“ allenfalls marginal schmälert. Man ist das ja gewohnt.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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