CD-Rezension / Review / Kritik

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Enslaved E CD cover

Enslaved „E“

(Nuclear Blast/Warner)
Es ist beinahe gespenstisch, wie gut Enslaved mit dem Alter werden. Schon ihre Frühwerke der Neunziger kann man als vielleicht ungestüme, aber durchaus ikonische Referenzwerke des Viking Metal bezeichnen. Seit Beginn des neuen Jahrtausends haben sich die Männer von Norwegens Westküste aber auf ein schwindelerregend hohes Niveau gespielt. Noch immer der nordischen Mythologie, der Naturnähe und dem bedrohlichen Grollen des Black Metal verschrieben, setzen Enslaved auch mit dem 14. Album „E“ ihre Metal-Pilgerreise in ein unbekanntes Land fort. Wie die wagemutigen Wikinger, die im Mittelalter in kleinen Booten gen Nirgendwo aufbrachen, begreifen Enslaved ihre Karriere als Reise in unbekanntes Land, von der sie diesmal mehr denn je Keyboard- und Hammond-Einflüsse mitgebracht haben. Verantwortlich ist der neue Keyboarder Håkon Vinje, der ein glattes Jahr jünger ist als die Band selbst – und mit seinem beseelten Spiel durchaus für ordentlich psychedelische Prog-Rock-Genüsse sorgt. Das Fundament ist, keine Sorge, massiver, knurriger, erhabener Metal, wie er in seiner Kälte und Schönheit nur aus Norwegen kommen kann. Meisterlich gespielt, bewundernswert arrangiert und herrlich produziert.
Björn Springorum

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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