CD-Rezension / Review / Kritik

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The Force Dimension Machine Sex CD Cover

The Force Dimension „Machine Sex”

(Daft Records/Noise Democracy Records)
Auf dieser Scheibe erklingen federnde Basssequenzen, klopfende Groove-Beats, schwebende Layer, brummende Synthlinien und vor allem Kaskaden von Wechselgesängen, bestehend aus mild verzerrten männlichen Vocals und weiblichen, zumeist provokativ gesprochenen oder rotzig geschrieenen Parts. Kommt einem irgendwie bekannt vor, so aus den Neunzigern – und siehe! Genau so ist es: René van Dijck (Synths, Vocals) und Betty Correa (Vocals, Gitarre, Percussion) kehren nach fast zwanzig Jahren mit diesem Album zurück ins Business, labeltechnisch unterstützt von Dirk Ivens, gemastert von keinem Geringeren als Eric van Wonterghem. So erhorcht man auf dieser Scheibe so einige knackig-poppige Neugeburten einer Früh- bis Mittneunziger-Klangphilosophie, die zuweilen ein bisschen zu sehr an lang dahertuckernden Instrumentalparts siechen; und doch ruft das Gesamtgebilde eher ein Schmunzeln hervor, und die Füße wippen. Irgendwie wirkt alles frisch und unverstaubt: man könnte meinen, dass es wieder 1996 ist. Die Textinhalte sind nicht selten frivol-frohgemuter Natur – wie zum Beispiel die lakonische Aufforderung, sich aller Hemmnisse zu entledigen und sich in Nacktheit gehen zu lassen („Be Naked“). Inspirierend! Lasst uns also tanzen, schmusen, was Freches sagen, heftig werden, die Nacht vergeuden – und am Ende nackt sein! Den Musikern selber würde eine solche Reaktion auf ihr Schaffen wohl ebenfalls ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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