CD-Rezension / Review / Kritik

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Fiona Of Rivers And Tides CD Cover

Fiona „Of Rivers And Tides“

(Celtic Classics Productions)
Schönste Klanglandschaften nehmen einen gefangen, betten einen sanft und ziehen unwiderruflich in den Bann dieser talentierten Ausnahmekünstlerin. Die Rede ist von Fiona Frewert, die in der Szene vielen als charismatische Multiinstrumentalistin und Sängerin der Medieval Folk-Combo Faun bekannt sein dürfte. Mit „Of Rivers And Tides“, ihrem Solodebüt, präsentiert sie ein traumhaft-romantisches Gesamtkunstwerk, welches von einer derart emotionalen und berührenden Tiefe lebt, dass es kaum möglich ist, sich jener virtuosen Intensität zu entziehen. In einer wunderbaren Symbiose lässt die Musikerin klassische, romantische Klaviermusik mit traditionellen, keltischen als auch irischen Klängen verschmelzen. So schafft Fiona eine filigrane Brücke aus geheimnisvoller Mystik, gelebter Leidenschaft, einem Hauch Sehnsucht, der sich zart über die instrumentalen Stücke legt, sowie episch-symphonischen Momenten, die ein cineastisches Soundtrackfeeling kreieren. Trotz der gefühlvollen, eher ruhigen Grundstimmung von „Of Rivers And Tides“ vermag sie es gleichermaßen, mit ihrem Spiel und ihrem sphärischen Gesang dynamische Spannung in die zwölf Kompositionen (unter denen sich auch Lieder von Faun befinden, die Fiona in ein neues Gewand gekleidet hat) zu transportieren. Illustre Gastmusiker wie Sonja Drakulich, Helen Flaherty, Sandra Elflein oder Alex Schulz komplettieren das zauberhafte Erstlingswerk und sorgen mit irischen Flöten, Violine, Highlandpipes, Trommeln und Schlagzeug für den perfekten Soundrahmen. Dieses Album ist vertonte Poesie.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017