CD-Rezension / Review / Kritik

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dust in mind oblivion 2017
Dust In Mind
„Oblivion“
(darkTunes/Soulfood)
Tiefstimmungs-Gitarren marschieren in straighten Rifffiguren nach vorn; die Snare klopft nicht selten auf allen Vieren; böse Männerstimmen ertönen, doch sie werden buchstäblich übertönt vom versierten Gesang der charismatischen Sängerin Jen, die sich intonationssicher sowohl in den Imageebenen des erdigen Rock wie auch jenen der Annäherung an Symphonic Metal zu bewegen weiß. Den kargen, hart konturierten Gitarren, deren Ästhetik in den Frühneunzigern wurzelt, werden immer wieder elektronische Partikel wie kleine Loopzusätze und Keyboardlayer hinzugefügt. Das Straßburger Metal-Quintett präsentiert auf seinem Zweitwerk eine geballte Ladung zornig-melodiöser Hartkost, deren dynamische Kraft fraglos ausreicht, den Hörer für eine gute Weile mitzureißen. Anspielpunkte mögen sein: Das eingängige „I’m Different“; der in Super-Uptempo-Parts herbeieilende Titeltrack, dessen Future-Pop-Tröten zum Glück nicht allzu sehr ins Gewicht fallen – sowie der zurückhaltend zelebrierte, auf stoischen Gitarrenwänden aufgebaute Song „Born To Fight“, in dem die männlichen Vocals endlich mal nicht nur growlen und Jen elegische Gesangsbögen darbietet. Höhepunkt des Albums ist wohl die wirklich berührende Piano-Streicher-Ballade „Mrs. Epilepsy“, deren Darstellung von Verlustängsten überaus authentisch wirkt.
Kym Gnuch



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017


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