CD-Rezension / Review / Kritik

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front angel paradox

FrontAngel
„Paradox“
(FrontAngel Music)
Der Vorgänger „Perplex“ erschien 2012, jetzt legt Diana Dohmen (Stimme, Texte, Komposition) nach, erneut unterstützt von Chris Bernhardt in Sachen Komposition und Klanggestaltung. Letztere ist wie gehabt reinrassig synthetisch ausgefallen und auf tanzbare Beats gestützt. FrontAngels durchgängig in deutscher Sprache verfassten Texte behandeln keine Heldensagen, keine geschichtsträchtigen Ereignisse, sondern alltägliche Begebenheiten und Betrachtungen („Computer Problem“, „Sucht“, „Alltagsstress“). Die Wortwahl ist direkt, nicht verklausuliert, nicht metaphernreich ausgeschmückt. In „Traumreisen“ sind unchiffriert Urlaubserlebnisse besungen. Die dadurch erzielte Lebensnähe ist sympathisch, weil ehrlich und unmittelbar. „Wunderschöne Welt“ ist inhaltlich den „Traumreisen“ recht ähnlich. Wenn FrontAngel sich mit der ihr eigenen mädchenhaften mehr Sprech- als Singstimme über „Schwerverbrecher“ auslässt, kann man attestieren, dass die musikalische Begleitung vergleichsweise zahm ausfällt. Poltern, bollern, schreien und verzerren sind Dianas und Chris‘ Sache nicht, erkenntnistheoretische Erbauung der Adressaten ebenso wenig. Diana behandelt einfach, was ihr begegnet, was sie nervt, was sie mag. „Und wir tanzen“ beschreibt szenetypische Freizeitgestaltung. Der Opener „Verliebt“ und der Closer „Gefühle“ beschreiben Beziehungsaspekte, ersterer eine gescheiterte, letzterer eine funktionierende, womit „Paradox“, ein erfrischend unaffektiertes Album, versöhnlich endet.
Thomas Abresche

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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