CD-Rezension / Review / Kritik

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Ricardo Donoso Sarava Exu


Ricardo Donoso
„Sarava Exu“
(Denovali/Cargo)
Mittels den sieben Tracks von „Sarava Exu“ führt Ricardo Donoso durch die esoterischen Rituale des brasilianischen Quimbanda-Kultes. Entstanden ist die Musik hierfür in einer Phase, in der sich Donoso bewusst in Isolation begeben hat. Aber keine Sorge – seine persönliche Isolation spiegelt sich nicht unmittelbar in der Musik wider. Mit „Crepusculum“ gestaltet sich die Einstimmung auf die „7 Lines & Kingdoms Of Quimbanda“ zwar als unaufgeregter Drone, doch Donoso bricht die statische Oberfläche zügig auf. „Vesperum“ punktet mit schneidenden Synths und martialischer Percussion. Letztere wird im weiteren Verlauf des Albums noch mehrmals zu hören sein – sich aber nie als simple Effekthascherei in den Vordergrund drängen. Vielmehr leben die eng miteinander verbundenen Teile des Albums davon, dass Donoso immer wieder neue Elemente einführt – sei es Noise, Field Recordings, Streicher, sakrale Momente oder Stimmen, um die Emotionen der Hörer blitzartig zu triggern. Und am Ende bleibt – wie am Ende eines guten Buches oder Films – auch eine Spur Ratlosigkeit über das soeben goutierte. Sascha Bertoncin


Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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