CD-Rezension / Review / Kritik

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ensemble economique light that comes light that goes

Ensemble Economique
„Light That Comes, Light That Goes“
(Denovali/Cargo)
Brian Pyle, unter anderem aktiv bei RV Paintings und Starving Weirdos, verarbeitet in seinem Soloprojekt die Natureindrücke, die er in Humboldt Country im nördlichen Kalifornien sammelt. Auf ausgiebig langen Ausflügen in die Natur hat Pyle Inspirationen und Klänge zusammengetragen, die im heimischen Studio mit musikalischen Skizzen zu epischen Collagen arrangiert werden. Die Lichtverhältnisse verlaufen dabei genau umgekehrt zum Albumtitel. Der Einstieg mit „If You Need Help“ erinnert mit organischen Drones, Naturklängen und verhaltener Perkussion an den Ritual Industrial der 80er Jahre. Die Stimmung hellt im Laufe der Spielzeit jedoch immer mehr auf, nicht zuletzt durch den halluzinogenen Einsatz von Popmusik-Samples, die den Hörer in eine langsam aus der Dunkelheit auftauchende Zwischenwelt versetzen. Die schiere Menge der akustischen Mosaiksteinchen, aus denen Pyle die sechs Tracks zusammengebaut hat, verdient gleichermaßen Respekt wie sein Gespür für das Schreiben von Geschichten ohne Worte.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.